26. Januar 2017

Rede und PM zu Stand und Entwicklung der staatlichen Fachhochschulen in SH

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Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Rasmus Andresen:
Mehr Freiräume und Flexibilität
Dass wir uns heute mit der Entwicklung der Fachhochschulen beschäftigen, ist ein gutes Zeichen. Oft wird die Hochschulpolitik von der Rolle unserer Universitäten dominiert. Unsere Fachhochschulen haben nicht immer die gleiche mediale Aufmerksamkeit wie unsere Universitäten. Sie sind für unsere Wissenschaftslandschaft aber genauso wichtig.
Die Antwort auf die Große Anfrage zur Entwicklung der Fachhochschulen zeigt, dass unsere Fachhochschulen stark wachsen und sich weiterentwickeln. Inzwischen studieren über 17.000 junge Menschen an unseren Fachhochschulen. Die Landeszuschüsse sind seit 2010 um 26 Prozent gestiegen und auch beim Hochschulbau investieren wir als Land inzwischen über 10 Millionen Euro jährlich. Aber es geht nicht nur um Zahlen.
Symbolisch kommen die Veränderungen beispielsweise inzwischen durch unterschiedliche Namensgebung zum Ausdruck. Die ehemalige FH Flensburg hat sich in Hochschule Flensburg umbenannt.
Ich habe dafür großes Verständnis, denn die Grenzen zwischen Fachhochschulen und Universitäten sind nicht mehr so eindeutig, wie sie vielleicht mal waren.
Unsere Fachhochschulen müssen sich nicht verstecken.
Für die regionale Wirtschaft spielen die jeweiligen Fachhochschulen schon länger eine wichtige Rolle.
Wenn man mit regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmern spricht, stellt man fest, dass die regionale Wirtschaft unsere Fachhochschulen schätzt.
Angesichts der kurzen Redezeit möchte ich auf die wichtigsten vier Bereiche eingehen, die aus unserer Grünen Sicht die wichtigsten Zukunftsfragen für die Entwicklung unserer Fachhochschulen ausmachen: Das wichtigste ist die Profilbildung. Durch die stärkere Profilbildung setzen unsere Fachhochschulen inzwischen auch bundesweit wichtige Akzente in der Wissenschaftslandschaft.
Beim digitalen Lernen, der Medizintechnik und im Bereich der Erneuerbaren Energien spielen unsere Hochschulen bundesweit in der ersten Liga
Wir Grüne unterstützen eine stärkere Profilbildung unserer Fachhochschulen. So wird unser Hochschulstandort im bundesweiten Vergleich attraktiver.
Eine besondere Bedeutung haben unsere Fachhochschulen für den Bildungsaufstieg.
Viele Menschen mit beruflichen Ausbildungen oder als QuereinsteigerInnen mit Berufserfahrung finden über die Fachhochschulen ihren Weg ins Hochschulstudium. Allerdings gibt es auch bei der Studienqualität Herausforderungen, die gelöst werden müssen.
Studierende schließen ihr Studium oft nicht in der Regelstudienzeit ab oder schmeißen es ganz hin.
Wir Grüne wollen, dass Studierende in ihrem Studium mehr Freiräume und Flexibilität bekommen.
Wenn Studierende aufgrund von Prüfungsangst, familiären Verpflichtungen, der Arbeit oder von schulischen Defiziten, die Regelstudienzeit nicht einhalten oder sogar abbrechen, läuft etwas falsch. Wir Grüne unterstützen die Fachhochschulen deshalb dabei, u.a. durch den Qualitätspakt Lehre, landeseigene Programme und eine Neuordnung der Studienstruktur, daran weiterzuarbeiten.
Es müssen ausreichend Beratungsangebote an den Fachhochschulen für Studierende bereitgestellt werden. Dies gilt auch für psychosoziale Beratung oder spezielle Angebot zum Thema Studieren mit Kind.
Aber auch das Bafög muss erhöht werden und mehr Menschen sollten Bafög berechtigt werden.
Gerade an den Fachhochschulen sollte die Möglichkeit zum Teilzeitstudium, nicht nur online, sondern auch offline, ausgebaut werden. Viele Menschen nutzen ein FH Studium berufsbegleitend. Deshalb müssen sich die Angebote der Fachhochschulen noch stärker daran ausrichten.
Die stärkere Profilbildung unserer Hochschulen führt auch zu einer internationaleren Ausrichtung. Unsere Fachhochschulen sind in den letzten Jahren viele interessante Kooperationen weltweit eingegangen. In Zeiten nationaler Abschottung wollen wir Grüne unsere Fachhochschulen dabei noch stärker unterstützen.
Uns Grünen ist wichtig, dass von den Kooperationen auch Studierende profitieren. Durch internationale Kooperationen, Auslandspraktika oder Auslandssemester sollten langfristig fast alle Studierende erreicht werden.
Unsere Fachhochschulen werden immer forschungsstärker. Bereits jetzt gibt es Kooperationen zwischen Fachhochschulen und Universitäten zur Betreuung von Promotionen. Mit der Schaffung des Promotionskollegs gehen wir den nächsten wichtigen Schritt.
Im Promotionskolleg sollen in Kooperation mit Universitäten, Fachhochschulen strukturell ermöglicht werden, Promotionen abzunehmen. Unser Modell setzt sich langsam durch. Die Europauniversität Flensburg ist beim Promotionskolleg bereits an Bord. Andere dürfen gerne folgen.
Lassen Sie uns im Bildungsausschuss mit VertreterInnen der Fachhochschulen über diese Aspekte sprechen. Wir freuen uns drauf.