07. Dezember 2020

Amazon muss zahlen

NorddeutschlandPressemitteilung

Im Lauf der Corona-Pandemie ist Amazon zu einem Billionen-Dollar-Unternehmen gewachsen und CEO Jeff Bezos zum ersten Menschen der Geschichte geworden, der mehr als 200 Milliarden Dollar Privatvermögen besitzt. Während die Welt unter den Folgen der Pandemie leidet, profitiert Amazon massiv von dieser. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen Mitarbeiter*innen, der Umwelt und der Gesellschaft die kalte Schulter.

Über 400 Abgeordnete aus über 34 Staaten weltweit haben daher einen gemeinsamen Brief an Bezos geschrieben, indem sie sich klar dazu bekennen, Amazon zahlen zu lassen.

Auch in Schleswig-Holstein nimmt Amazon mit dem Bau von Logistikzentren in Borgstedt, Nützen und Bad Oldesloe immer mehr Raum ein. Das Land fördert die Ansiedlung von Amazonzentren. Der Europaabgeordnete Rasmus Andresen kritisiert Wirtschaftsminister Bernd Buchholz für diese falsche Politik.

Den Brief finden Sie hier:

https://makeamazonpay.com/de/parliamentarians-across-the-planet-unite-to-make-amazon-pay.html

Als Erstunterzeichner des Briefs sagt der schleswig-holsteinische Europaabgeordnete Rasmus Andresen dazu:

„Amazon zahlt kaum Steuern, zerstört den Einzelhandel und kleinere Onlineplattformen. Amazon ist ein schlechter Arbeitgeber, Mitarbeiter*innen werden schlecht bezahlt und werden weltweit daran gehindert, sich für bessere Arbeitsbedingungen zu engagieren.

Währenddessen ist der CO2-Fußabdruck des Unternehmens größer als der von zwei Dritteln der Staaten der Welt und es existiert kein Plan zu einer verträglichen Reduzierung der Emissionen des Unternehmens. Parallel zu dieser verheerenden Bilanz mach Amazon Chef Jeff Bezos Kasse. Amazon steigert seine Gewinne monatlich um mehrere Milliarden und Jeff Bezos Vermögen steigt.

Die Zeit des Vertrauens und der Versprechungen ist aufgebraucht und daher lautet unser Ziel ganz klar: Wir wollen Amazon bezahlen lassen. Dazu werde ich gemeinsam mit allen Abgeordneten Initiativen ergreifen, um die legislative Grundlage dafür zu schaffen, dass Amazon endlich einen gerechten Beitrag zur Gesellschaft leistet.

Auch in Schleswig-Holstein arbeiten Menschen etwa als Lagerarbeiter*innen zu unangemessenen Bedingungen. Auch hier trägt Amazon durch unfaire Wettbewerbspraktiken zur Verödung von Innenstädten bei. Dem können wir gemeinsam ein Ende bereiten. Die Zeit dazu ist gekommen.

Statt sich dem entgegenzustellen, lobt Wirtschaftsminister Buchholz den Konzern Amazon. Unser Wirtschaftsminister sollte stärker auf die Beschäftigten hören und sicherstellen, dass Amazons Konzernpraxis von der Landesregierung nicht unkritisch unterstützt wird.“