16. Dezember 2025

Bezahlbares Wohnen: Kommissionsvorschlag bleibt bei der Vermietung von Ferienwohnungen hinter den Erwartungen zurück

PressemitteilungSoziale Gerechtigkeit

Pressemitteilung
Brüssel, 16.12.2025

Bezahlbares Wohnen: Kommissionsvorschlag bleibt bei der Vermietung von Ferienwohnungen hinter den Erwartungen zurück

Heute hat die Europäische Kommission erstmals einen EU-weiten Plan für bezahlbares Wohnen vorgelegt und erkennt damit endlich an, dass die Wohnungskrise eine der zentralen sozialen Herausforderungen in Europa ist. Insgesamt bleibt der Vorschlag aber deutlich hinter dem notwendigen politischen Anspruch zurück, wenn auch, auch auf Forderung der Grünen/EFA-Fraktion, Wohnen endlich ausdrücklich als Grundrecht anerkannt wird. Dazu kommentiert der Schleswig-Holsteinische Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzender der Grünen/EFA-Arbeitsgruppe zu bezahlbarem Wohnen, Rasmus Andresen:

„Der Vorschlag der Kommission spricht die Probleme in Europa zwar an, bleibt aber insgesamt ein zahnloses Handbuch für die Mitgliedstaaten. So werden die Mieten nicht günstiger und der Erwerb von Eigentum nicht einfacher.

Auch bei uns im Norden steigen die Mieten stärker als die Inflation. Es fehlt Wohnraum, u.a. viele Studierende und Azubis finden keine Unterkunft. Der NDR hat gerade Zahlen veröffentlicht, die deutlich zeigen, dass die Mietpreise in Schleswig-Holstein markant gestiegen sind. Auch bei uns sind Familien gezwungen, fast die Hälfte ihres Einkommens auszugeben, nur um ein Dach über dem Kopf zu behalten.

Ich begrüße, dass der Kommissionsvorschlag erstmals explizit Kurzzeitvermietungen als Wohnungsproblem anerkennt. Kurzzeitvermietungen tragen insbesondere in touristisch geprägten Regionen zur Wohnraumverknappung bei und belasten die Wohnungsmärkte dort zusätzlich. Anstatt wirksame Regeln vorzulegen, kündigt die Kommission allerdings nur weitere Vorschläge an. In der Zwischenzeit werden die Kommunen mit ihren Problemen weitestgehend alleine gelassen.“