21. Juli 2022

Die EZB geht ein hohes Risiko ein

EU-HaushaltPressemitteilung

Pressemitteilung

Berlin, den 21. Juli 2022

 

Die EZB geht ein hohes Risiko ein.

Zu der heutigen Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank erklärt der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament Rasmus Andresen:

“Mit den heutigen Beschlüssen hat die EZB endgültig die Zinswende eingeleitet. Wir Grüne sind skeptisch, ob die aktuellen Entscheidungen der EZB eine angemessene Antwort auf die aktuelle ökonomische Lage sein können.

Aufgrund der Gas Knappheit, politischen Unruhen in Italien und eine stärker werdende Eurokrise führen die aktuellen Entscheidungen der EZB zu weiteren Unsicherheiten.

Die aktuellen Preisschocks bei der Energieversorgung und den Nahrungsmitteln können von der EZB nicht gelöst werden. Es geht um fehlende Angebote, nicht um zu hohe Nachfrage.
Die EZB bleibt weiterhin eine Erklärung schuldig wie ihre aktuellen Beschlüsse die Preissteigerungen eindämmen.

Im Gegenteil.
Der Kurs von Zinserhöhungen kann die Eurozone in eine tiefe Rezession führen. Steigende Arbeitslosigkeit würde zu mehr Unsicherheit führen, nicht zu Preisstabilität.

Das heute angekündigte Antifragmentierungsinstrument ist zur Stabilisierung der Eurozone entscheidend. Wir brauchen ein starkes Antifragmentierungsinstrument, um hohe Zinsunterschiede einzudämmen und Wetten gegen einzelne Mitgliedsstaaten zu verhindern.
Deshalb ist es gut, dass das Instrument in der Höhe unbegrenzt sein soll.

Wenn der Euro in einzelnen Staaten ins Straucheln kommt, droht er insgesamt zu wackeln. Wir fordern die EZB auf, besonnen zu handeln.”

Bei weiteren Nachfragen oder Interviewanfragen, melden Sie sich gerne bei meinem Mitarbeiter Jonas Illigmann (jonas.illigmann@europarl.europa.eu).