31. Mai 2022

Inflation in der Eurozone: Die EZB kann uns momentan kaum helfen

EU-HaushaltPressemitteilung

Pressemitteilung

Brüssel, 31. Mai 2022

 

 

Die Inflation in der Eurozone ist bis Mai auf 8,1 Prozent gewachsen. Dies lässt Rufe nach einer strafferen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, lauter werden.

 

 

Rasmus Andresen (Grüne/EFA), Mitglied im Haushalts- sowie im Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments kommentiert wie folgt:

 

 

“Die Rufe nach einer Korrektur der Zinspolitik gehen am Problem vorbei. Eine zu straffe Geldpolitik würde nicht gegen die hohen Preise helfen und könnte sogar zu hohen Kosten für die Wirtschaft führen. Die Inflation ist auf höhere Energiepreise zurückzuführen.

 

Wir brauchen eine aktive Fiskalpolitik. Dazu gehören europaweite Entlastungspakete, mehr Tempo beim Ausbau von Erneuerbaren Energien und Finanzierungsinstrumente wie einen Strafzoll auf russisches Gas oder eine Profitsteuer zur Besteuerung der Gewinne der Energiekonzerne.

 

Eine straffere Geldpolitik würde die EU hingegen weiter spalten, weil sie die Krise in vielen Staaten noch verstärken würde.

 

Es ist zu einfach von EZB Präsidentin Lagarde zu fordern, dass Sie die ungenügende Fiskalpolitik von Christian Lindner ausgleicht.

 

Zu hohe Zinsen könnten Wachstum in einigen südeuropäischen Staaten abwürgen und die Länder in die Rezession stürzen. Zumal aufgrund der Pandemie und gestörten Lieferketten die Wirtschaftsprognosen gerade nach unten korrigiert werden.“