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06. Mai 2026

Wohnungskrise lässt sich nicht mit Empfehlungen lösen

EU-WirtschaftPressemitteilungSoziale Gerechtigkeit

PRESSEMITTEILUNG
Brüssel, 6. Mai 2026
Wohnungskrise lässt sich nicht mit Empfehlungen lösen

Die Europäische Kommission hat heute eine europäische Strategie zur Bekämpfung von Armut (EU Anti-Poverty Strategy) vorgestellt. Teil des Pakets ist auch eine Empfehlung gegen Wohnungslosigkeit und Housing Exclusion. Die Strategie erkennt damit ausdrücklich an, dass steigende Wohnkosten, fehlender bezahlbarer Wohnraum und Obdachlosigkeit zu den größten sozialen Problemen in Europa gehören.

Dazu kommentiert Europaabgeordnete und Ko-Vorsitzende der Grünen/EFA-Arbeitsgruppe Bezahlbares Wohnen, Rasmus Andresen:
„Die Wohnungskrise in Europa lässt sich nicht mit unverbindlichen Empfehlungen lösen. Immer mehr Menschen finden keine bezahlbare Wohnung mehr oder verlieren sogar ihr Zuhause. Während die Mieten explodieren, fehlt es in Europa an öffentlichem und gemeinnützigem Wohnraum. Dass die Europäische Kommission Housing Exclusion und Obdachlosigkeit endlich als europäische Probleme anerkennt, ist ein wichtiger Schritt. Doch ohne verbindliche Regeln und ausreichende Finanzierung drohen die Vorschläge zu verpuffen.

Besonders problematisch ist, dass die Kommission weder verbindliche Ziele zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit noch ausreichende Kontrollmechanismen vorsieht. Damit hängt der Erfolg der Vorschläge fast vollständig vom politischen Willen der Mitgliedstaaten ab. Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht dem Markt allein überlassen werden. Europa braucht massive öffentliche Investitionen in bezahlbaren und gemeinnützigen Wohnungsbau sowie verbindliche Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit. Menschen ohne Wohnung helfen keine wohlklingenden Ankündigungen, sondern konkrete politische Entscheidungen.

Jetzt liegt es vor allem an den Mitgliedsstaaten zu zeigen, dass Sie die Wohnungskrise ernst nehmen und endlich handeln.“